Mallorca Geschichte
Allein schon durch die Lage und das angenehme Klima und das Wetter auf Mallorca war die Insel Mallorca durch die Jahrhundert hindurch immer wieder ein Zankapfel der großen Mächte am Mittelmeer. Die letzte wenn auch friedliche Invasion der Insel erfolgte durch den Tourismus. Nicht alle Herren die Mallorca regierten hatten immer gutes im Sinn für die Insel, aber einige haben bis heute prägende Eindrücke hinterlassen.

(Foto Quelle ©Günter Nieber – pixelio.de)
Die Besiedlung der Insel Mallorca wird bereits um 5000 vor unserer Zeitrechnung vermutet, wobei es hierfür keine sichtbaren Beweise mehr gibt. Da aber auf anderen Inseln im Mittelmeer sich bereits einen Höhlenkultur ausgebreitet hatte kann davon ausgegangen werden, dass dies auch für Mallorca zutrifft. Die ältesten Reste der Zivilisation auf Mallorca stamme aus dem 2000 Jahrtausend v. Chr. Auch hiervon sind kaum Überbleibsel vorhanden, lediglich in der Nähe von Arta findet man eine kleinere Anlage dieser Megalithdenkmäler. Historiker vermuten, dass die ersten Siedler auf Mallorca aus Sardinien kamen. Die folgenden Generationen legten allerdings wenig Wert darauf diese Kulturdenkmäler zu erhalten und so wurden die meisten der Siedlungen als Steinbrüche missbraucht.
Mallorca in der Antike
In den folgenden Jahrhunderten v. Chr. Siedelten die verschieden Völker des Mittelmeeres auf Mallorca, man findet Phöniker, Griechen und auch Karthager die zeitweise die Insel als Stützpunkt gegen den großen Machtrivalen Rom besetzt gehalten haben. Nach den punischen Kriegen und der Zerschlagung des karthagischen Reiches nahmen Piraten von der Insel besitz und störten so den Handel im Mittelmeer entscheidend. Diese Piratenkulturen auf Mallorca sind immer wieder auch bis in das späte Mittelalter anzutreffen. Die Römer eroberten schließlich im Jahre 123 v. Chr. die Insel und unterbanden so das Treiben der Piraten.
Erst mit der Eroberung der Römer begann die systematische Kultivierung von Mallorca. So wurden Städte wie Palma, Inca und Pollentia gegründet und Heerstraßen zur Verbindung der Orte gebaut. Leider ist auch von diesen prachtvollen Bauten aus der Römerzeit kaum etwas übrig geblieben. Auch hier wurden die Steine in späteren Bauten verwendet. Von Pollentia dem heutigen Alcudia findet man lediglich einige Mauerreste und ein kleines römisches Theater.
Mallorca im Mittelalter
Im achten Jahrhundert n. Chr. eroberten die islamischen Araber, während ihres Vordringens in Europa und auf der iberischen Halbinsel auch Mallorca und die Balearen. Die Länder des Islams hatten zu diesem Zeitpunkt einen deutlich fortgeschrittener in Bezug auf die Baukunst und den Ackerbau, als die damals doch sehr rückständigen abendländischen Länder und brachten so durch Bewässerungssysteme und Terrassierungen der sanften Hügel, aus der Insel Mallorca ein blühendes Paradies. Viele der heutigen Ortsnamen wie etwa Alcudia oder Banyol erinnern noch heute an die lange Herrschafft des Islams auf der Insel. Auch einige Prachtbauten wie etwa die Alfabia und Raxa sind heute noch zu bestaunen.

(Foto Quelle ©ina funke – pixelio.de)
Allerdings bracht der Islam nicht nur positives. Denn eine Hauptbeschäftigung der Mauren war die Piraterie. Wie bereits in der Antike, bot Mallorca den Piraten einen idealen Standort für die räuberischen Beutezüge, auf den florierenden Handelsverkehr im Mittelmeer. Selbst als der Islam aus Spanien längst verdrängt war, konnten sich die Piraten auf Mallorca in gut befestigten Stellungen halten. Erst dem katalanisch – aragonesischen König Jaime I, gelang 1229 die Rückeroberung Mallorcas. Nach drei Monaten dauernden blutigen Kämpfen konnten die Truppen des Königs in Medina Mayurca einziehen, das heutige Palma und setzten so der Maurenherrschaft ein Ende.
Jaime versuchte intensiv die maurische Geschichte Mallorcas in vergessen zu machen, so verschwanden die fast alle islamischen Bauten aus den Stadtbildern. Die Kathedrale von Mallorca wurde am gleichen Ort erbaut an dem sich vorher die Mosche befand. Neue Siedler wurden zusätzlich auf die Insel geholt.
Vom weiteren großen Weltgeschehen blieb Mallorca weitestgehend verschont. Es gab zwar immer wieder Kämpfe und Kriege um die Insel, die meisten allerdings auf Erbstreitigkeiten der verschieden spanischen Königshäuser beruhte. Eine Geisel hat Mallorca allerdings während der ganzen Zeit nicht verlassen, die Piraterie. Immer wieder wurden die Küsten Mallorcas noch bis ins späte 1800 Jahrhundert von Piraten verwüstet. Zur Abwehr wurden zwar überall so genannte Atalayas errichtet, Wachtürme und kleine Befestigungen an exponierten Stellen, doch auch hierdurch konnte nicht verhindert werden, dass komplette Ortschaften von den Piraten geplündert wurden.
Die letzte Invasion Mallorcas begann mit dem ausklingen des 1900 Jahrhunderts, als immer mehr Sommergäste und Wintergäste die Insel wegen ihres angenehmen Klimas bevölkerten. Vor allem die mit Beginn des Massentourismus in den sechziger Jahren des 20 Jahrhunderts gemachten Fehler verschandeln an vielen Stellen Mallorcas noch heute das Bild der Insel.